Ein Hersteller meldet Qualitätsmängel bei einer bestimmten Produktionscharge. Kurz darauf wird eine Waschmaschine als Retoure im Lager angeliefert. Zwei typische Situationen in der Logistik – und zwei Fälle, in denen schnell klar werden muss, welche Ware betroffen ist.
Bei der Produktionscharge geht es um eine ganze Produktgruppe. Bei der Waschmaschine um genau ein Gerät. Damit später schnell nachvollzogen werden kann, welche Charge oder welches einzelne Gerät betroffen ist, müssen die jeweiligen Nummern im Lager zuverlässig erfasst und der Ware eindeutig zugeordnet werden.
Von der betroffenen Charge zum gezielten Rückruf
Stellt ein Hersteller einen Materialfehler oder eine Verunreinigung fest, zählt jede Information: Welche Produkte stammen aus der betroffenen Charge? Welche Waren liegen noch im Lager? Und welche Kunden haben bereits Produkte daraus erhalten?
Fehlt eine eindeutige Chargenzuordnung, wird die Suche schnell aufwendig. Im schlimmsten Fall müssen deutlich größere Warenmengen geprüft, gesperrt oder entsorgt werden, obwohl nur ein kleiner Teil davon betroffen ist.
Die Chargennummer dokumentiert, aus welchem Produktionslauf ein Produkt stammt. Bei gbl spielt das Chargenmanagement vor allem bei Konsumgütern und Rohstoffen wie Granulaten eine wichtige Rolle. Eine individuelle Seriennummer für jedes einzelne Produkt wäre hier meist weder notwendig noch wirtschaftlich sinnvoll.
Entscheidend ist, die betroffene Charge schnell eingrenzen zu können. So lassen sich Rückrufe gezielter umsetzen, Reklamationen schneller klären und unnötige Sperrungen vermeiden.
Die Grundlage dafür entsteht bereits beim Wareneingang. Dort werden die Chargendaten erfasst und im Lagerverwaltungssystem den jeweiligen Artikeln, Lagerplätzen und Warenbewegungen zugeordnet. Scanner und MDE-Geräte begleiten die Ware anschließend durch den weiteren Lagerprozess. Wird bei der Kommissionierung eine falsche Charge erfasst, meldet das System einen Fehler.
Denn wenn nur eine Charge betroffen ist, sollten auch nur die dazugehörigen Produkte geprüft oder zurückgerufen werden.
Jedes Gerät eindeutig zuordnen
Bei Großgeräten und Elektronik reicht die Zuordnung zu einer Produktgruppe nicht aus. Hier muss jedes einzelne Gerät eindeutig identifiziert werden können.
Ein Händler versendet beispielsweise eine Waschmaschine an einen Kunden. Bei der Kommissionierung wird zunächst geprüft, ob der richtige Artikel vom richtigen Lagerplatz entnommen wurde. Anschließend wird die Seriennummer dem Auftrag oder dem Versandetikett zugeordnet.
Einige Wochen später kommt die Waschmaschine als Retoure zurück. Nun muss schnell geklärt werden: Handelt es sich tatsächlich um das ursprünglich ausgelieferte Gerät? Wann wurde es versendet? Mit welchem Carrier wurde es ausgeliefert? Und zu welchem Auftrag gehört es?
Die Seriennummer liefert genau diese Informationen. Ohne die eindeutige Zuordnung müssten Mitarbeitende den Vorgang manuell prüfen. Das kostet Zeit im Lager, im Kundenservice und bei der Reklamationsbearbeitung.
Bei gbl kommt sie besonders bei Großgeräten und Elektronik zum Einsatz, beispielsweise bei Waschmaschinen, Geschirrspülern oder Fernsehern. So bleibt die Historie eines Geräts vom Versand bis zu einer möglichen Retoure nachvollziehbar.
Meist ist die Seriennummer bereits vom Hersteller vorgegeben. Ist das nicht der Fall, können die Mitarbeitenden sie beim Wareneingang systemseitig vergeben und über ein Etikett an der Ware anbringen. Anschließend lassen sich die erfassten Daten über Schnittstellen mit ERP-Systemen, Onlineshops oder Kundensystemen austauschen.
Die richtige Reihenfolge bei der Auslagerung
Chargendaten sind nicht nur bei Rückrufen wichtig. Sie helfen auch dabei, Waren in der richtigen Reihenfolge auszulagern.
Bei gbl kommt je nach Produktart überwiegend das FIFO-Prinzip zum Einsatz. Waren, die zuerst eingelagert wurden, werden auch zuerst wieder ausgelagert.
In den Lebensmittelbereichen der AMM-Unternehmensgruppe wird zusätzlich nach FEFO kommissioniert. Hier werden Produkte mit dem frühesten Ablaufdatum zuerst versendet.
Welche Nummer und welches Verfahren erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Ware ab. Ein Fernseher stellt andere Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit als ein Rohstoff oder ein Lebensmittel.
Genau deshalb beginnt zuverlässiges Seriennummern- und Chargenmanagement nicht erst dann, wenn eine Retoure eintrifft oder ein Qualitätsproblem gemeldet wird. Die Grundlage entsteht bereits beim Wareneingang und begleitet die Ware durch den gesamten Lagerprozess.
Erst wenn Erfassung, Lagerabläufe und Daten sauber zusammenspielen, werden aus Nummern verlässliche Informationen. So können einzelne Geräte ebenso eindeutig nachvollzogen werden wie vollständige Produktionschargen.
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