Titelbild Blogbeitrag Lagerlösungen

Wenn mehr Lagerfläche nicht automatisch für Entlastung sorgt

Wenn das Lager an seine Grenzen stößt, scheint die Lösung oft naheliegend: mehr Fläche schaffen. Klingt einleuchtend – führt dennoch oft in die falsche Richtung.

Aus der Erfahrung eines Kontraktlogistikers lässt sich sagen, dass Engpässe selten nur am fehlenden Platz liegen. Häufiger entstehen die eigentlichen Probleme an anderer Stelle – bei unklaren Abläufen, fehlerhaften Beständen oder Prozessen, die mit steigenden Mengen nicht mehr sauber funktionieren.

Besonders deutlich wird das bei kurzfristigen Auftragsspitzen. Eine Aktion läuft besser als erwartet, plötzlich vervielfacht sich das Bestellvolumen und innerhalb weniger Stunden steigt der Druck im gesamten Lagerprozess. Entscheidend ist dann nicht allein, wie viele Palettenstellplätze vorhanden sind. Entscheidend ist, ob Ware schnell genug kommissioniert, verpackt und versendet werden kann – und ob die Bestände dabei weiterhin stimmen.

Denn zusätzliche Fläche löst organisatorische Probleme nicht automatisch.

Hinzu kommt, dass nicht jede Ware nach dem gleichen Prinzip gelagert und bewegt werden kann. Eine Waschmaschine stellt andere Anforderungen als ein Paar Sneaker oder ein Karton mit Werbematerial. Großvolumige Geräte benötigen anderes Handling, spezielles Equipment (z. B. Klammerstapler) und mehr Sorgfalt im Transport. Modeartikel dagegen bewegen sich schnell, erzeugen aber häufig hohe Retourenquoten. Wer beides durch denselben Standardprozess schleust, produziert Fehler – unabhängig davon, wie viele Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Genau deshalb funktioniert Kontraktlogistik bei uns langfristig und zuverlässig, denn wir richten unsere Abläufe nach der Ware aus – nicht umgekehrt.

Die Grundlage dafür entsteht bereits im Wareneingang. Dort entscheidet sich oft, wie stabil die gesamte weitere Abwicklung funktioniert. Schon kleine Fehler zu Beginn können später dafür sorgen, dass Bestände abweichen, Aufträge verzögert werden oder Prozesse unnötig Zeit verlieren. Und hier zeigt sich der Unterschied zwischen Logistik als Nebenaufgabe und Logistik als Kerngeschäft: Was nebenher mitläuft, wird unter Druck ungenau. Was den ganzen Tag im Mittelpunkt steht, bleibt verlässlich.

Auch bei den Daten ist Verlässlichkeit entscheidend. Wenn Lagerung und Versand ausgelagert werden, ist die größte Sorge vieler Unternehmen oft das Gefühl, in eine Black Box zu liefern: Ware rein – und dann? Unternehmen müssen jederzeit nachvollziehen können, welche Ware verfügbar ist, welche Sendungen bereits bearbeitet wurden und wie sich Retouren entwickeln. Fehlen diese Informationen oder werden sie verzögert übermittelt, entstehen schnell Unsicherheiten im Tagesgeschäft – besonders für Einkauf, Vertrieb und Kundenservice. Deshalb geht es bei zusätzlichen Lagerkapazitäten nicht nur um Fläche. Wirklich entlastend wird eine Lösung erst dann, wenn Lagerung, Prozesse, Daten und Tagesgeschäft sauber zusammenspielen.

GBL unterstützt Sie als Partner mit individuellen Logistiklösungen, die zu Ihren Anforderungen und Ihrer Ware passen.

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